Kummerkasten
2010
01.16
01.16
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Liebe Dorothea,
ich kann Dich gut verstehen. Es ist nicht so einfach, wenn das bisher so liebe Kind plötzlich zu einem kleinen Monster mutiert. In der Pubertät geraten sämtliche Gehirnzellen der Betroffenen durcheinander. Ihre Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen leidet massiv und geht gegen Null. Deshalb können sie auch so ausfallend werden, was man eigentlich nicht so persönlich nehmen sollte. Wenn Deine Taktik nicht funktioniert, denk Dir eine andere aus, wichtig ist nur, dass dieses unsägliche Spiel unterbrochen wird. Jugendliche werden eigentlich nur dann ausfallend, wenn sie sich unverstanden fühlen. Getreu nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass die verbale Kommunikation nur ein kleiner Teil (7%) und die nonverbale Kommunikation der weitaus größere Teil (nämlich 93%) der Kommunikation ausmacht, könntest Du zuerst Dich und anschließend ihn fragen, was er Dir eigentlich wirklich sagen will (anstatt Schlampe usw.) Vielleicht kommt dabei etwas ganz anderes heraus, als Du denkst. Zumindest signalisierst Du damit, dass Du bereit bist, ihm wirklich mal zuzuhören. Offensichtlich reagiert er auf Druck nur noch mit größerem Widerstand und Trotz. Versuche ein Gespräch in Gang zu setzen, dass nicht darum geht, was er tut oder nicht tut oder tun sollte und nicht tut, sonder in dem Du echtes Interesse für seine Gefühle zeigst und hör auf, mit Sanktionen zu drohen, das bringt gar nichts. Vielleicht geschieht ja ein kleines Wunder.
Grace
Ich verzweifle langsam mit meinem Sohn und weiß einfach nicht mehr weiter. Andreas ist jetzt 14 Jahre alt und steckt mitten in der Pubertät. Unsere Gespräche, nein eigentlich sprechen wir nicht mehr – wir streiten nur noch und manchmal habe ich den Eindruck, ich verstehe nichtmals mehr, um was es eigentlich geht. Der Ton wird immer schlimmer und schlimmer: Es fallen Kraftausdrücke wie Arschloch, Schlampe, etc.
Vor lauter Hilflosigkeit werde ich dann auch lauter und über Druck aus. Streichung von Taschengeld, Fernsehen, Hausarrest, Verbote. Das hat allerdings auch noch nichts genutzt.
Er weigert sich, mit einem Psychologen zu sprechen und ein Heim kommt für mich nicht in Frage. Abe so weitergehen kann es auch nicht …
Dorothea F, 41 Jahre, Mainz
ganz einfach: so etwas wie Integrität in Dein Leben bringen und Versprechen einhalten und vorher keine geben, die Du nicht einhalten kannst. Wenn Du Versprechen nicht einhalten kannst, ist es das Mindeste, die Leute, denen du etwas versprochen hast, zu benachrichtigen. Den ganzen Summs da unten hättest Du dir sparen können, denn es zeugt nur von totaler Unverantwortlichkeit.
Beispiel: Die Unendliche Geschichte mit Deinem Handy ist total unglaubwürdig. Es kann nicht angehen, dass jemand, der auf Telefon, Handy und Computer angewiesen ist, ständig solche Pannen hat, dass er nicht telefonieren kann, nicht erreichbar ist und seinen Computer cracht. Allein die Finanzamtgeschichte zeugt davon, dass Du träumst, denn bevor die Dich schätzen, muss schon sehr viel oder anders gesagt sehr lange nix passieren. Offensichtlich verwechselst Du das Leben mit einem Sandkasten, in dem man die Burgen nach dem Einreißen immer wieder neu aufbauen kann …
Auf meiner ToDo-Liste für heute steht als überfällig und wichtig markiert: Domains Gerhard abrechnen und fertig machen, Telefonkonferenzunterlagen bekanntgeben, mein Auto aus der Werkstatt holen, mit meinem Vater das Gartendach decken (der ist nur kurz zu Besuch da und man braucht schönes Wetter), die Internetseiten für G. fertig machen, einen Shop programmieren, Drucker, Toner, Handys bestellen, bei Nokia anrufen und nachfragen wie ich Nummern auf mein Handy bekomme und vieles vieles mehr. Ich habe keine Nummern in meinem Handy, weil mein altes in die Badewanne gefallen ist und mein neues sich nicht abgleichen lässt. Als ich gestern beim Kunden war, geplant waren 2-3 Stunden, es hat wenentlich länger gedauert. Da die Kundein war eh schon sauer weil ich drei Tage später kam, konnte ich ihr mittags nicht sagen, dass ich keine Zeit mehr habe und musste meinen Auftrag fertigmachen, was ich aber nicht geschafft habe. So habe ich um 14 Uhr verpasst G. anzurufen, da ich nicht zu Hause war und keine Nummern in meinem Handy hatte. Als ich gegen 17 Uhr vom Kunden kam hat mich Andis Azubi angerufen, ich müsste dringend einen Newsletter verschicken, ich musste aber erst mein Auto von BMW abholen. Das Auto war leider schon wieder/immer noch kaputt, ich habe es dagelassen und einen Leihwagen bekommen. Danach habe ich G. angerufen, die war aber nicht mehr Daheim, dann denn Newsletter für Andi fertiggemacht, das ist wichtig denn er ist der einzige der immer brav seine Rechnungen bezahlt und er hat mir erst eine große Menge Geld geliehen. Um 19 Uhr bin ich zum nächsten Termin gesputet, Tulli hat mich angerufen, er kann nicht mehr drucken. Ich habe ihm zugesagt, ich kümmere mich nachts darum, dass heute der Betrieb in der Firma nicht gestört ist, da er alleine ist und der Mitarbeiter von ihm im Urlaub. Also zu meinem Termin, Pleite da ich meie EC-Karte nicht finde. Danach um 22 Uhr nach München, Drucker von Andi und danach bei Tulli reparieren. um ein Uhr morgens daheim, Mails abgearbeitet, festgestellt was ich alles vergessen habe. Termine geplant. Um drei Uhr ins Bett gegangen, um sieben aufgestanden. Bei BMW gewesen, mein Auto ist nicht fertig ?!? Zur Post und Telekom gefahren, beschwert das mein Telefonanschluss noch immer nicht richtig bearbeitet wurde. Ich müsste jetzt noch Geräte kaufen, geht aber nicht weil ich kein Geld auf dem Konto habe. 3000 Euro für die Autowerkstatt und 1800 Euro für das Finanzamt, 1000 Euro Miete und 3000 Euro fehlen mir noch für Kundenbestellungen, Essen, Telefon …
Das Finanzamt will noch ca. 60.000 Euro, da sie mich schätzen weil ich die erklärungen nicht abgebe weil ich nicht dazukomme sie zu machen weil ich ja soviel arbeite. Ich nehme jeden Auftrag an, um Geld zu bekommen. Natürlich mehr als ich machen kann, darum komme ich auch nie dazu Rechnungen zu schreiben. Ist aber eh egal, die letzen fünf Kunden haben eh noch nicht gezahlt. Jetzt brauche ich noch eine Funktion auf einer Internetseite. Muss wohl beim Support anrufen, aber Alex ruft an und sagt sein Server geht nicht, was zwar extrem wichtig ist da er damit sein Geld verdient, obwohl er mir seit zwei Jahren die Rechnungen nicht bezahlt hat. Ich sage ihm ab und hoffe er schluckt es.
Ich weiß, dass sich hier die Ratte in den Schwanz beißt, nur weiß ich nicht, wo ich überhaut anfangen soll. Ich habe vor lauter ToDo’s keine Zeit überhaupt abzuschalten und mal in Ruhe nachzudenken. Ich bade mit Laptop in der Badewanne und liege jetzt am See. Nein, nicht um zu baden, sondern zum ‘angenehmer’ arbeiten.
Hallo Grace,
vielen Dank für Deine Antwort. Es scheint, als wollte ich der Wahrheit nicht in`s Auge schauen. Wenn ich so genau darüber nachdenke, habe ich alles bereits gesagt, was man sagen konnte. Ich habe wohl die “höfliche” Antwort nicht verstanden …
Viele Grüße,
Iris
Hallo Iris,
so wie Du es schilderst, weiß er offensichtlich, wie Du für ihn empfindest. Wenn er nicht darauf reagiert, hat er wohl auch kein Interesse an einer anderen Art von Beziehung als die von Dir beschriebene Freundschaft.
Ob Du seine so genannte Fernbeziehung verstehst oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Allerdings hast Du mit deiner Bemerkung “Es gibt Dinge, bei denen ärgert man sich sein Leben lang, wenn man sie nicht tut!” auch Recht.
Um das Ganze zum Abschluss zu bringen, würde ich ihm ehrlich und aufrichtig sagen, dass Du dir eine Beziehung mit ihm gut vorstellen kannst und gern wissen möchtest, ob das Interesse nur einseitig ist. Sag ihm aber auch, dass es mit Dir völlig in Ordnung ist, wenn es bei der Freundschaft bleibt und Du ihm eine ehrliche Antwort nicht übel nimmst.
Somit gibst Du ihm die Möglichkeit, klar zu sagen, was er will und was er nicht will. Allerdings musst Du mit der Antwort auch zufrieden sein. Es macht keinen Sinn, sich Hoffnungen zu machen, wo keine sind.
Vielleicht ist Dein Kopf dann für jemand anders frei.
Alles Gute
Grace Pampus
Vor ein paar Jahren habe ich ihn kennengelernt, inzwischen ist er einer meiner besten Freunde, obwohl er weit weg wohnt. Er mag mich, ich mag ihn … sehr, sehr gern, der Mann zum heiraten, Kinder kriegen, glücklich sein. Er weiß auch, dass ich das so sehe – nur dummerweise ist er seit Jahren fest vergeben, in einer Fernbeziehung, die ich nicht verstehe.
Was soll ich tun? Mir auf die Zunge beißen und für immer schweigen oder sagen, dass ich ihn haben will?
Es gibt Dinge, bei denen ärgert man sich sein Leben lang, wenn man sie nicht tut! Oder mische ich mich hier in eine Sache ein, die mich nichts angeht und belaste so unsere Freundschaft? Nichts gibt mir mehr, als die seltenen Stunden mit ihm …
Hallo liebe Iris!
Du kannst hier einfach Dein Problem schildern und einer unser Coaches im Forum wird Dir eine selbstverständlich eine “brauchbare” Antwort geben. Diese ist normalerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen hier im Forum.
Viele Grüße,
Ingo
Hallo liebes Forum?
Wie funktioniert das? Kann ich hier einfach so mein Problem schildern? Und darauf bekomme ich eine ‘brauchbare’ Antwort? Das wäre ja wunderbar …
Liebe Grüße,
Iris